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Dienstleistung · September 3, 2026

Eine Führungsebene weniger, ein Führungsverständnis mehr: +28 % Zielerreichung

Ein Unternehmen für Industriedienstleistungen verfehlte seine Ziele über Jahre und wollte deshalb das Zielsystem überarbeiten. Unsere Bestandsaufnahme zeigte, dass das Zielsystem trug und die Ursache in Führungsstruktur und Führungsverständnis lag. Beides neu aufgesetzt: 28 % mehr Zielerreichung innerhalb eines Jahres.

Die Ausgangslage

Der Vorstand gab die Unternehmensziele in die Führungsebenen, die Führungskräfte gaben sie an ihre Teams weiter, und am Jahresende wurden sie verfehlt. Das wiederholte sich, ohne dass die Ursache greifbar wurde.

Der naheliegende Verdacht lag beim Zielsystem: falsch geschnittene Ziele, zu viele Kennzahlen, fehlende Anreize. Genau dafür wurden wir angefragt. Unsere Bestandsaufnahme ergab ein anderes Bild. Die Ziele waren sinnvoll abgeleitet, messbar und auf die Bereiche verteilt. Was fehlte, war die Führung dahinter.

Konkret zeigte sich das an zwei Punkten. Die Führungsstruktur hatte eine Ebene mehr, als die Entscheidungen brauchten. Verantwortung verteilte sich damit auf so viele Schultern, dass Entscheidungen langsam fielen und Ergebnisverantwortung sich diffundierte. Und es gab kein gemeinsames Verständnis davon, was Führung in diesem Unternehmen bedeutet. Jede Führungskraft handelte nach eigenem Maßstab: Manche forderten Ergebnisse konsequent ein, andere verwalteten. Für die Mitarbeitenden hing damit vom Vorgesetzten ab, ob ein Ziel Verbindlichkeit hatte.

Unser Ansatz

  • Bestandsaufnahme von Zielsystem, Führungsstruktur und Führungspraxis, inklusive Prüfung der ursprünglichen Annahme zum Zielsystem
  • Entwicklung der neuen [Führungsstruktur](Link Führungsstruktur) mit der Geschäftsleitung, ausgerichtet an der Frage, wo Entscheidungen tatsächlich fallen müssen
  • Herausnahme einer Führungsebene und Überführung der betroffenen Positionen in fachliche Lead-Rollen ohne disziplinarische Verantwortung
  • Erarbeitung eines gemeinsamen Führungsverständnisses in Workshops mit allen Führungskräften, entlang von Führungsrolle, Führungsstil, Führungsleitlinien und Führungsaufgaben
  • Verankerung der Führungsaufgaben im Alltag: Klarheit, Struktur und Orientierung für Leistung und Entwicklung der Teams
  • Aufbau einer Reflexionskaskade: regelmäßige Runden, in denen die Führungskräfte die Zielerreichung an Kennzahlen prüfen und ihr eigenes Führungsverhalten am gemeinsamen Verständnis spiegeln

Das Ergebnis

Die Zielerreichung stieg innerhalb eines Jahres um 28 % gegenüber dem Zeitraum vor dem Projekt. Entscheidungen fallen auf der Ebene, die sie verantwortet, und die Führungskräfte arbeiten nach einem Maßstab, den sie selbst mit erarbeitet haben. Über die Kennzahl hinaus veränderte sich die Führungspraxis in drei Punkten, die wir im Projekt nicht mit eigenen KPIs gemessen haben: Vereinbarte Prozesse werden verlässlicher eingehalten, Abweichungen und fehlende Leistung werden angesprochen statt umgangen, und die Führungskräfte treten deutlich verbindlicher auf. Die Reflexionskaskade trägt das weiter, weil Führung dort ein wiederkehrendes Thema mit Kennzahlen ist und nicht ein einmaliges Workshopergebnis.