Ein Spezialchemiehersteller mit Fokus auf Schmierstoffe arbeitete in weiten Teilen analog und schöpfte digitale Möglichkeiten kaum aus. Eine zweistufige Digitalisierungsstrategie, von uns bis in die Umsetzung begleitet, brachte 21 % mehr Effizienz.
Die Ausgangslage
Das Unternehmen gehört zu den bedeutendsten Herstellern seiner Branche, arbeitete intern aber in weiten Teilen analog. Die Systemlandschaft bestand aus Einzellösungen ohne Verzahnung: eine selbst gebaute CRM-Ablösung in Excel, eine nur sporadisch ausgebaute EDI-Anbindung an Großkunden, Office-Anwendungen in unterschiedlichen Versionen und ein zentraler Server, der die gemeinsame Arbeit an Dateien eher behinderte als ermöglichte.
In der Produktion und im Labor war das Bild ähnlich. Qualitätsmerkmale wurden über Laborfreigaben geprüft, während die Anlage wartete. Chargeninformationen lagen vor, waren aber nicht so verkettet, dass sich Ursachen belastbar zurückverfolgen ließen. Sicherheitsdatenblätter und regulatorische Änderungen wurden manuell gepflegt.
Dazu kam die Stimmung. Mitarbeitende arbeiteten täglich gegen Werkzeuge, die ihre Arbeit erschwerten, und Silostrukturen zwischen den Bereichen verstärkten das. Der Handlungsbedarf war erkannt, offen war die Frage, an welchen Punkten Digitalisierung tatsächlich Wertschöpfung schafft und an welchen sie nur Kosten verursacht.
Unser Ansatz
Unternehmensweite Ist-Analyse über qualitative Interviews und quantitative Erhebung, mit Aufnahme von Prozessen, Systemen und Tools in allen Bereichen
Verdichtung der Ergebnisse zu Werthebeln, jeweils zugeordnet zu den Zielen interne Effizienz, Ausbau des Kundenstamms und Umsatz durch neue Leistungen
Erste Strategiestufe zu Vertrieb, Kundenfokus und Systemlandschaft: CRM, EDI-Anbindung, Datengrundlagen, Außendarstellung, Customer Service und digitale Zusatzleistungen
Zweite Strategiestufe zu Produktion, Qualität und Labor: unter anderem Margen- und Preistransparenz auf Kunden- und Artikelebene, Chargen-Genealogie als Datenfundament, Vorhersage von Qualitätsmerkmalen aus Prozessdaten, Fahrweisenoptimierung, Reihenfolgeplanung sowie Automatisierung von Dokumenten und regulatorischer Überwachung
Priorisierung aller Maßnahmen nach Wertschöpfungsbeitrag, Umsetzungsdauer und Datenvoraussetzungen, gemeinsam mit den verantwortlichen Fachbereichen
Begleitung der Umsetzung vor Ort als Sparringspartner, mit Schulungen der Mitarbeitenden und Change-Maßnahmen je Bereich
KPI-Definition vor Beginn jeder Maßnahme, laufendes Nachhalten und Nachsteuern bei Abweichungen
Das Ergebnis
Die Effizienz stieg um 21 %. Die eingeführten Lösungen laufen im Regelbetrieb, und für jede Maßnahme lässt sich anhand der vorab definierten Kennzahlen sagen, was sie gebracht hat.
Getragen wird das Ergebnis von der Reihenfolge. Die Analyse kam vor der Technologieauswahl, und die Maßnahmen entstanden dort, wo Wertschöpfung nachweisbar war. Die wirksamste Einzelmaßnahme brauchte am Ende keine KI, sondern saubere Daten: Transparenz über Deckungsbeiträge auf Kunden- und Artikelebene. Digitalisierungsprojekte, die mit der Toolauswahl beginnen, finden diesen Hebel nicht.